Presse

Hier finden Sie Veröffentlichungen von uns, über uns und die von uns aufgelisteten Künstlerinnen und Künstler.

Saal im Savenhagenhaus wird nach Esther Bajarano benannt

Auf Anregung der “Initiative Marcus und Dahl e.V.” hat der zuständige Ausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord im Februar beschlossen, den großen Veranstaltungssaal im Stavenhagenhaus nach Esther Bejarano zu benennen. Die Benennung erfolgt auf einer Gedenkveranstaltung am 08.07.22.

Pressemitteilung

Weihnachtsbrief

Der Vorstand der “Initiative Marcus und Dahl e.V.” wünscht allen Mitgliedern, Freund*innen und Interessierten ein fröhliches, friedliches und festliches Weihnachten und ein gutes Jahr 2022.

Weihnachtsbrief

Nachruf Esther Bejarano

Nachruf auf der Gedenkseite des Auschwitz-Komitees

Am Sonnabend, 10. Juli 21 ist Esther Bejarano gestorben. Sie wurde 96 Jahre alt. Esther Bejarano war Ehrenmitglied der “Initiative Marcus und Dahl e.V.” und hat unsere Anliegen immer nachdrücklich unterstützt.

Esther Bejarano wird uns immer ein Vorbild sein mit ihrem Einsatz für Toleranz und Demokratie einerseits und gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus andererseits.

Esther Bejarano hat den Holocaust überlebt. Sie hat den Horror des Naziregimes erlebt. Sie hat gesehen, wie die Todeszüge zu den Gaskammern fuhren und wurde gezwungen, dies mit Musik zu begleiten.

Ihr ganzes Wirken seit vielen Jahrzehnten und bis in die letzten Wochen ihres Lebens war darauf gerichtet, mit ihren Erzählungen, ihrer Geschichte und ihrer Musik die Menschen und insbesondere die jungen Menschen zu erreichen und sie gegen das Vergessen zu stärken.

Wir verneigen uns vor Esther Bejarano und teilen die Trauer der Angehörigen. Wir werden sie nicht vergessen.

Mitgliederrundbrief „Zwischenruf“ Esther Bejarano

Liebe Mitglieder der Initiative Marcus & Dahl

Nicht jede*r hat abends um 22:15 Uhr noch den Fernseher angeschaltet. Vielleicht haben Sie aus diesem Grund die „Tagesthemen“ im ARD-Fernsehprogramm am 27. Januar nicht gesehen. Dieser Tag ist seit 1996 ein Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 wurden die überlebenden Menschen aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreit. Aus Anlass dieses Tages hat Esther Bejarano in den Tagesthemen eine Ansprache gehalten. Esther Bejarano ist Überlebende des Holocaust. Seit Jahrzehnten erhebt sie ihre Stimme gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung. In ihrem beeindruckenden Aufruf fordert sie dazu auf, alles dafür zu tun, dass rechtsextremistische Kräfte nicht noch einmal die Macht erlangen können. Dazu sei es vor allem wichtig, die Jugend zu gewinnen.
Esther Bejarano lebt in Groß Borstel und ist Ehrenmitglied unseres Vereins. Wir danken ihr für ihre klaren Worte. Wer ihren „Zwischenruf“ gehört und gesehen hat, wird ihn mit Sicherheit in Erinnerung behalten.
Wir fügen die Ansprache von Esther Bejarano als Videoclip an, möchten uns allerdings für die eingeschränkte Qualität entschuldigen. Sie ist dem Umstand geschuldet, dass die Datenmenge begrenzt werden musste.

Wir wünschen Ihnen/Euch alles Gute in diesen schwierigen Zeiten und hoffen, dass Sie gut durch die Pandemie kommen.

Ihr / Euer Heio Nölke

Kurzfilm "Im Takt und aus dem Takt"

Am 19.10.2020 fand im Ernst Deutsch Theater die Gedenkveranstaltung zum 50. Todestag von Ingolf Dahl statt: „Im Takt und aus dem Takt – eine Collage aus Musik, Farbe, Tanz und Licht“. Wegen der Hygiene-Auflagen aufgrund der Covid19-Pandemie war nur eine begrenzte Anzahl von Zuschauer*innen zugelassen, dennoch war das Haus mit etwa 170 Zuschauer*innen bis auf den letzten Platz besetzt.
Zu Beginn spielte das Klavierduo Friederike Haufe / Volker Ahmels zu Ehren des Komponisten Ingolf Dahl (1912 – 1970) seine beiden Werke für Klavier zu vier Händen „Rondo“ und „Four Intervals“.
In einem kurzen Film illustrierte die Witwe von Gert Marcus (1914-2008), Françoise Ribeyrolles-Marcus, die an diesem Abend anwesend war, das künstlerische Wirken von Gert Marcus, der neben zahlreichen Großskulpturen aus Granit und Marmor auch sehr farbige Skulpturen aus Metall und Glas geschaffen hat. Viele seiner Skulpturen schmücken den öffentlichen Raum. Alle folgen sie dem Grundsatz von Gert Marcus: „Die Form folgt der Farbe“. Die Filmmusik, eine Auftragskomposition vom Zentrum Verfemte Musik der Hochschule für Musik und Theater Rostock (hmt) für den jungen niederländischen Komponisten Martijn Strating, wurde life gespielt von Studierenden der Hochschule für Musik und Theater.
Es schloss sich eine Tanz-Choreographie der schwedischen Kompanie E=mc2 an, angelehnt an ein Werk, das die Kompanie im Jahr 1994 zur Einweihung der Skulpturengruppe „Di-Eder Sequenz“ in Stockholm uraufgeführt hatte.
Den Abschluss bildete die Lichtinstallation „Phainomena“ von Françoise Ribeyrolles-Marcus, Skulpturen aus Licht als ganz persönliche und intime Interpretation der Klangfarben und Farbtöne der Brüder Ingolf Dahl und Gert Marcus.
Am 21.10.20 wurde das Konzert im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin erneut aufgeführt und im Livestream bei YouTube übertragen.


Weihnachtsbrief

Lesen Sie den Brief des Vorstandes der Initiative Marcus und Dahl an die Mitglieder anlässlich Weihnachten 2020:

Weihnachtsbrief

Das Buch: „Künstlerkolonie Groß Borstel“

Rezension: Künstlerkolonie Groß Borstel

Einband Buch Künstlerkolonie Groß Borstel
Einband Buch Künstlerkolonie Groß Borstel

Was macht einen Stadtteil lebenswert und liebenswert? Neben vielen Aspekten wie Grün- und Naturflächen, Anbindung durch den öffentlichen Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf, Friseur und Ärzte gehören die Wertschätzung für die Kultur und die Kulturgeschichte des Stadtteils unbedingt dazu. Und die wird in Groß Borstel großgeschrieben. Als Groß Borstel noch ein Dorf war, ließ sich manch Hamburger Geschäftsmann oder Politiker eine Sommerresidenz an diesem ruhigen Ort errichten. Und zahlreiche Künstlerinnen und Künstler suchten im 19. und 20. Jahrhundert ihre künstlerische Heimat in dieser kleinen Oase. Die Initiative Marcus und Dahl e.V. hat sich nun auf Spurensuche nach verschollenen oder vergessenen Kunstschaffenden begeben und ist fündig geworden: Eine Auswahl von zunächst 12 Persönlichkeiten werden in ihrem Buch „Künstlerkolonie Groß Borstel“ sorgfältig und detailreich porträtiert, darunter so bekannte wie das Künstlerehepaar Hans und Annie Glissmann oder der Dichter Gustav Falke, aber auch eher unbekannte, „vergessene“ wie der Maler Alfred Stendel oder das Künstlerehepaar Paul Storm und Charlotte Storm-West. Die Herausgeber des Buches, Dr. Birgit Pflugmacher und Dr. Hans-Heinrich Nölke sind selber vertreten mit eigenen Texten und haben weitere Autor*innen gefunden, die für die porträtierten Kunstschaffenden ihre Expertise einbringen konnten, so dass das Buch abwechslungsreich und spannend zu lesen ist. Zahlreiche Fotos aus privaten Beständen illustrieren das Leben der Künstler*innen, die 44 farbigen und 66 schwarz-weißen, teilweise großformatigen Abbildungen der Kunstwerke bieten einen hervorragenden Eindruck von den Werken. Dem Künstler Gert Marcus – dessen Farbtheorie und künstlerisches Wirken Hans-Heinrich Nölke sehr anschaulich darstellt - wird als „Löwe mit Samtpfoten“ von seiner Ehefrau, Françoise Ribeyrolles-Marcus ein liebevolles Denkmal gesetzt. Und da auch die Lebenswege der Malerin Elisabeth Büttner, an die auf dem Friedhof Ohlsdorf ein Gedenkstein im Garten der Frauen erinnert, des Komponisten Ingolf Dahl, älterer Bruder von Gert Marcus, des Dichters Fritz Stavenhagen, Namensgeber des Stavenhagenhauses in der Frustbergstraße, des Malers Heinrich Rode und des Malers, Fotografen und Dokumentarfilmers Alfred Ehrhardt mit derselben großen Sorgfalt nachgezeichnet sind, bestätigt sich mit diesem Buch, was als leitendes Motiv über der Arbeit der Initiative Marcus und Dahl e.V. steht: „Künstlerinnen und Künstler können einen Stadtteil beleben, begeistern, provozieren, zu Diskussionen anregen und Bewusstsein schaffen“.

Wolf Lüders

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

Geburtstag von Esther Bejarano

Herzlichen Glückwunsch!

Es ist schon ein außergewöhnlicher Anlass, den 94zigsten Geburtstag einer der faszinierendsten Bürgerinnen Groß Borstels feiern zu können, den von Esther Bejarano.

Glückwünsche zu Esther Bejaranos 94.Geburtstag
Glückwünsche zu Esther Bejaranos 94.Geburtstag (Foto: U. Wolfram)

Das Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e. V. und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) hatten dazu für Sonnabend, 15. Dezember 2018, nach Hamburg-Groß Borstel in das Stavenhagenhaus eingeladen und ein umfangreiches Geburtstagsprogramm zusammengestellt.

Esther Bejarano ist eine zierliche, lebhafte und energiegeladene Person, die aufgrund der leidvollen Erfahrungen ihres Lebens nicht müde wird, gegen Faschismus, Diskriminierung und Fremdenhass ins Feld zu ziehen. Ihre Gäste, u. a. Peggy Parnass und Rolf Becker, feierten sie mit sehr persönlichen und nachdenklichen, aber auch mit musikalischen und fröhlichen Beiträgen, die die unterschiedlichen Abschnitte ihres Lebens wunderbar beleuchteten.

Zwei Vorstandsmitglieder der Initiative Marcus und Dahl e. V. (IMuD) haben der Jubilarin, die Ehrenmitglied der IMuD ist, herzliche Glückwünsche übermittelt und sie in einem Grußwort gebeten, gesund zu bleiben, damit sie noch recht lange gegen die in letzter Zeit aufkommende politische Rechtsbewegung in unserer Stadt, in unserem Land, ihre Stimme erheben kann.

Wollen Sie mehr über Ester Bejarano wissen oder möchten Sie sie einmal in einer Diskussion erleben, dann haben Sie dazu die Möglichkeit in der Veranstaltung „Gemeinsam gegen den Hass“ am Sonntag, 13. Januar 2019, 13 Uhr im Polittbüro, Steindamm 45.

Ulla Wolfram und Birgit Pflugmacher

Ingolf Dahl und Gert Marcus im Abendjournal auf NDR 90,3 am 6.3.2018

U-Bahnstation Bagarmossen, gestaltet von Gert Marcus
Von Gert Marcus gestaltete U-Bahnstation Bagarmossen (Foto: Karl Af Geijerstam)

Audiobeitrag auf NDR 90,3 vom 6.3.2018:

Borsteler Künstler

Grün und gemütlich ist unser kleiner Stadtteil hinterm Eppendorfer Moor. Er war mit seinen Lustgärten, seinen alten Bäumen und schönen Landsitzen Ausflugsziel der Hamburger. Vieles ist bis heute geblieben. Manches ist dazu gekommen: der Flughafen, die Luftwerft, der Alphapark, das Finanzamt Nord und Gewerbe in Groß Borstel. Auf dem ehemaligen Güterbahnhof Lokstedt, hinter dem Flüsschen Tarpenbek, werden gerade 750 neue Wohnungen und ein Kindergarten gebaut. Zu dieser Dynamik im kleinen Groß Borstel gehören auch die Künstler, die hier leben und gelebt haben.

Sie haben Spuren hinterlassen, die Künstler aus der ehemaligen Violastraße oder dem Holunderweg. Ein Stück jüdisches Leben tut sich auf. Erfolgreich e Karrieren werden sichtbar. Mit der Initiative Marcus und Dahl verfolgen Borsteler Bürger das Ziel, den Künstlern im Stadtteil „ein Gesicht zu geben“.

Bild vom Modell Centripetal und Centrifugal
Modelle von Centripetal und Centrifugal (ca. 40 cm Höhe)

Das Leben und Wirken der in Groß Borstel geborenen, international anerkannten Künstler Gert Marcus und seines älterer Bruders Ingolf Dahl stehen zunächst im Focus. Die Entscheidung , die neuen Straßen und Wege zum Neubaugebiet „Tarpenbeker Ufer“ nach dem Maler und Bildhauer Gert Marcus sowie der Kunstgewerblerin Anni Glissmann zu benennen, zeigt die Unterstützung seitens der Politik und der Verwaltung. Die Beschaffung eines Kunstwerks von Gert Marcus für den öffentlichen Park zwischen Tarpenbek und Gert-Marcus-Straße ist das nächste Ziel.

Der Musik von Ingolf Dahl, dem älteren Bruder von Gert Marcus, einem in den USA zu Ruhm gelangten Komponisten, Pianisten und Dirigenten, hat sich das Klavierduo Friederike Haufe und Volker Ahmels aus Groß Borstel verschrieben. Sie zitieren gerne den bekannten Musikkritiker der Los Angeles Times und Komponisten Walter Arlen, der Dahls Kompositionsstil mit den Worten beschrieb: Seine „Tonsprache ist natürlich, prägnant, kompakt und vollständig zeitgenössisch, aber nie harte oder selbstbewusste Avantgarde. Er löst die Probleme eines modernen Komponisten brillant, ohne sich untreu zu werden und schreibt nur Noten, die ihm für seine Zwecke dienen und keine aus Modegründen. Eine CD mit Musik von Ingolf Dahl ist unter dem Namen „Intervals“ soeben auf den Markt gekommen.

Weiteren Künstlerinnen und Künstlern in Groß Borstel, deren Leben und Wirken hier vor Ort bisher viel zu wenig bekannt ist, ein Gesicht zu geben, findet viel Unterstützung. So auch bei den Freunden des Stavenhagenhauses, der Kirchengemeinde St. Peter, dem Kommunalverein von 1889, der Stadtteilkonferenz und der Hochschule für Musik und Theater Rostock.

Leben und Wirken von Künstlerinnen und Künstlern können einen Stadtteil beleben, begeistern, provozieren, zu Diskussionen anregen sowie Identifikation und Bewusstsein schaffen. Dies zu fördern ist nach Überzeugung des Vorsitzenden Dr. Hans-Heinrich Nölke die vordringliche Zielsetzung des Vereins Initiative Marcus und Dahl e.V.